A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W Y Z

Kategorie: Gesundheitswirtschaft, Gesundheitsmarkt

 

Gesundheitswirtschaft - Zweiter Gesundheitsmarkt

Privat finanzierte Güter und Dienstleistungen

Der Zweite Gesundheitsmarkt umfasst Güter und Dienstleistungen rund um die Gesundheit, die privat von den PatientInnen finanziert werden und nicht von einer Gesetzlichen oder Privaten Krankenkasse im Rahmen der Vollversicherung komplett oder teilweise erstattet oder durch staatliche Mittel finanziert werden. Zuzahlungen zählen demnach nicht zum Zweiten Gesundheitsmarkt.

Die Zuordnung, welchen Produkten und Leistungen ein direkter Bezug zur Gesundheit eigen ist, ist jedoch nicht klar festgeschrieben. Nach allgemeinem Verständnis beinhaltet der Zweite Gesundheitsmarkt frei verkäufliche Arzneimittel und Individuelle Gesundheitsleistungen (IGeL). Hinzu kommt ein wachsendes Angebot an den sogenannten "Neuen" Gütern und Dienstleistungen. Dazu zählen beispielsweise Ernährung, Fitness und Wellness, Freizeit, Nahrung, Kleidung, Wohnen u.v.m.

 

Individuelle Gesundheitsleistungen (IGeL)

Individuelle Gesundheitsleistungen (IGeL), auch Selbstzahlerleistungen genannt, umfassen zum großen Teil Früherkennung wie Ultraschalluntersuchungen beim Gynäkologen, der PSA-Test für Männer, die augenärztliche Glaukom-Vorsorge sowie ästhetische oder kosmetische Leistungen. Doch nicht nur bei der Vorsorge, auch bei bereits vorliegenden Krankheiten werden Individuelle Gesundheitsleistungen angeboten, darunter zum Beispiel die Bioresonanztherapie bei Migräne, Akupunktur bei Rückenschmerzen, die Klassische Homöopathie oder Massagen. Ob eine nicht erstattungsfähige Individuelle Gesundheitsleistung zur Kassenleistung wird, entscheidet das höchste Beschlussgremium der Gesetzlichen Krankenversicherung, der Gemeinsame Bundesausschuss.

 

Wachsendes Gesundheitsbewusstsein erhöht die Nachfrage

Die demografische Entwicklung in Deutschland sowie das wachsende Gesundheitsbewusstsein und der medizinisch-technische Fortschritt führen zu einer immer größer werdenden Nachfrage an zahlreichen Gütern und Leistungen des Zweiten Gesundheitsmarktes. Die Gesetzlichen Krankenkassen (GKV) haben mittlerweile erkannt, dass ihr Leistungsangebot den Bedürfnissen der Versicherten nicht mehr entspricht. Alternative ganzheitliche Heilmethoden wie zum Beispiel die Bachblütentherapie oder auch QiGong genießen immer größere Beliebtheit bei den PatientInnen. Nicht zuletzt deshalb bieten die Gesetzlichen Krankenkassen zunehmend Wahltarife für die private Inanspruchnahme der ÄrztInnen und für Heilmittel besonderer Therapierichtungen an wie Homöopathie, Pflanzenheilkunde oder spezielle Massage-Techniken.

siehe auch: Erster Gesundheitsmarkt

Autorin: Martina Seifert, Online-Redakteurin

Quelle: Eigene Zusammenstellung

Datum: 15.09.2016

Der Gesundheitsmarkt in Deutschland umfasst unter dem Aspekt der Finanzierung sowohl den Ersten Gesundheitsmarkt als auch den Zweiten Gesundheitsmarkt. Neben dieser Gliederung der Gesundheitswirtschaft besteht zudem die Möglichkeit, die beiden Märkten nach den jeweils zuzurechnenden Waren und Gesundheitsdienstleistungen zu unterscheiden.